Unsicherheit um USA-Iran-Verhandlungen stützt Preise trotz Friedensabkommen

Die internationalen Ölmärkte bleiben weiterhin von geopolitischen Entwicklungen geprägt. Zwar haben die USA und der Iran in dieser Woche ein erstes Friedens- und Rahmenabkommen unterzeichnet, dennoch sorgen neue Unsicherheiten für anhaltende Nervosität an den Börsen.

Im Mittelpunkt steht derzeit die Frage, ob aus der Absichtserklärung innerhalb der kommenden Wochen ein dauerhaftes Abkommen entstehen kann. Die ursprünglich für heute in der Schweiz geplanten Gespräche über die Ausgestaltung eines endgültigen Vertrags wurden vorerst verschoben. Hintergrund sind die weiterhin andauernden Kampfhandlungen zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah im Libanon. Der Iran macht Fortschritte bei einem Waffenstillstand zur Voraussetzung für die Fortsetzung der Verhandlungen.

An den Ölbörsen führte die Unterzeichnung des Rahmenabkommens zunächst zu Preisrückgängen. Belastend wirkten zudem die Prognosen der Internationalen Energieagentur (IEA), die für die kommenden Jahre ein deutliches Überangebot am Ölmarkt erwartet. Gleichzeitig sorgen jedoch sinkende US-Ölbestände, Unsicherheiten über die Stabilität des Friedensprozesses sowie weiterhin eingeschränkte Öltransporte durch die Strasse von Hormus für Unterstützung.

Die Marktteilnehmer beobachten insbesondere, wie schnell sich die Lieferketten in der Golfregion normalisieren können. Zwar wurden erste Beschränkungen für den Schiffsverkehr aufgehoben und einige Förderländer kündigen bereits Produktionssteigerungen an, dennoch bleibt unklar, wann wieder das Vorkrisenniveau erreicht wird.

Zusätzliche Unterstützung erhalten die Ölpreise durch die Einschätzung verschiedener Marktbeobachter, dass die Risiken für die globale Energieversorgung auch nach einem möglichen Friedensschluss erhöht bleiben. So erwartet BNP Paribas, dass Brent-Rohöl auf absehbare Zeit kaum noch unter die Marke von 75 US-Dollar je Barrel fallen dürfte.

Zum Wochenschluss richtet sich der Blick daher vor allem auf die weitere Entwicklung im Libanon sowie auf den Fortgang der Gespräche zwischen Washington und Teheran. Die aktuellen Sorgen über mögliche Verzögerungen oder Rückschläge im Friedensprozess sorgen bereits wieder für festere Notierungen an den internationalen Ölbörsen. Entsprechend zeichnet sich auch bei den Inlandspreisen aktuell eher Aufwärtspotenzial ab.

Börsendaten 19.06.2026 um 08:52
ICE-Gasoil JUL: 885.00$
ICE-Brent AUG: 80.27$
NY-Rohöl WTI JUL: 77.88
US-Dollar/CHF: 0.8071
Rheinfracht nach Basel: 53.00$