An ICE und NYMEX bleiben die Ölpreise zum Wochenschluss gestützt, nachdem die gestrige Rally ein Wochenplus sichert. Im Fokus stehen weiterhin Venezuela und zunehmend auch der Iran, wo sich die politische Lage zuspitzt.
US-Präsident Donald Trump bekräftigte seine Drohungen gegen den Iran und kündigte ein hartes Vorgehen bei Gewalt gegen Demonstranten an. Gleichzeitig unterstützt er neue, parteiübergreifende Russland-Sanktionen, die vor allem Käufer russischen Öls wie China und Indien treffen würden.
Geopolitische Risiken und Lieferengpässe stützen die Preise kurzfristig, wie Analysten betonen. Dennoch bleibt das erwartete Überangebot bestehen: Steigende Fördermengen, insbesondere aus Venezuela, sowie wachsende Lagerbestände könnten die Ölpreise im ersten Quartal 2026 in Richtung 50 US-Dollar drücken.
Besondere Aufmerksamkeit gilt Venezuela. Die USA wollen künftig die Ölverkäufe und -erlöse des Landes kontrollieren. Vertreter grosser Ölkonzerne wie ExxonMobil und Chevron beraten im Weissen Haus über den Wiederaufbau des Energiesektors und den Abverkauf von bis zu 50 Millionen Barrel, die aktuell in venezolanischen Lagern blockiert sind.
Die Märkte beobachten vor allem, wie schnell und in welchem Umfang dieses Öl auf den Markt gelangt. Ohne Beschränkungen könnte der Angebotsdruck deutlich zunehmen.
Zusätzlich rücken heute die US-Arbeitsmarktdaten in den Fokus. Schwächere Zahlen könnten die Erwartungen auf Zinssenkungen durch die US-Notenbank weiter anheizen und damit die Rohstoffpreise stützen.
Kurzfristig bleibt die Lage daher eher bullish, getragen von geopolitischen Risiken. Mittel- bis langfristig wirkt das hohe Angebot jedoch klar preisbelastend. In der Schweiz ist heute mit spürbaren Preisaufschlägen zu rechnen, da die internationale Rally bereits eingepreist wird.
Börsendaten 09.01.2026 um 08.00 Uhr
ICE-Gasoil JAN: 623.75
ICE-Brent MAR: 62.62
NY-Rohöl WTI FEB: 58.32
US-Dollar/CHF: 0.7998
Rheinfracht nach Basel: 37.00