Saudi-Reparaturen drücken Preise – Hormus hält Aufwärtsrisiko hoch

Saudi-Reparaturen drücken Preise – Hormus hält Aufwärtsrisiko hoch

Die Ölfutures starten am Freitag oberhalb der Vortagestiefs, nachdem der Markt am Donnerstag deutlich nachgegeben hat. ICE Gasoil Oktober schloss bei 1.4980,75 USD, rund 47 Dollar tiefer als am Vortag. Damit hat sich die Rally der vergangenen Tage zunächst deutlich abgekühlt.

Saudi-Arabien sorgt für Entspannung
Der wichtigste bearishe Impuls kommt derzeit aus Saudi-Arabien, Die Aussicht, dass die beschädigte East-West-Pipeline kurzfristig teilweise in Betreib gehen könnte, nimmt dem Markt einen Teil der unmittelbaren Versorgungsängste. Saudi-Arabien arbeitet zudem daran, Exporte über alternative Routen aufrechtzuerhalten. Reuters berichtet, dass eine Wiederherstellung von rund der Hälfte der Pipeline-Kapazität innerhalb weniger Tage angestrebt wird.

Damit könnte ein Teil der geopolitischen Risikoprämie wieder aus den Preisen herausfallen. Gleichzeitig bleibt die Pipeline ein entscheidender Unsicherheitsfaktor: Soe kann normalerweise mehrere Millionen Barrel pro Tag transportieren und dient gerade dazu, den kritischen Persischen Golf bzw. die Strasse von Hormus zu umgehen.

Diesel bleibt besonders angespannt
Für den europäischen Markt ist vor allem die Entwicklung bei Gasoil/Diesel relevant. Neben Problemen im Nahen Osten wirken auch die eingeschränkten russischen Diesel-Exporte weiter belastend. Reuters berichtet zudem von hohen Dieselpreisen und angespannten europäischen Versorgungsbedingungen.

Deshalb ist der Rückgang am ICE Gasoil momentan eher als Korrektur innerhalb eines weiterhin sehr volatilen Marktes zu betrachten und nicht automatisch als Beginn einer nachhaltigen Abwärtsbewegung.

Schweizer Inlandmarkt
Für die Schweiz ergibt sich kurzfristig zwar rechnerisches Abwärtspotenzial, nachdem ICE Gasoil deutlich zurückgekommen ist. Der Spielraum nach unten jedoch begrenzt, solange die geopolitische Risikoprämie und die europäische Dieselknappheit bestehen. 

Für Kunden bedeutet das: Bei grösseren Mengen sollte man die aktuelle Korrektur nutzen, um zumindest einen Teil des Bedarfs abzusichern. Wer auf deutlich tiefere Preise wartet, setzt darauf, dass sich die Situation in Saudi-Arabien und insbesondere in Hormus nachhaltig normalisiert. Gleichzeitig kann eine neue Eskalation den Markt sehr schnell wieder nach oben treiben. 

 

Börsendaten 18.09.2026 um 08:42
ICE-Gasoil OKT: 1472.50$
ICE-Brent NOV: 102.46$
NY-Rohöl WTI OKT: 100.07$
US-Dollar/CHF: 0.8244
Rheinfracht nach Basel: 220.00