Nach den kräftigen Preisaufschlägen der vergangenen Tage kam es gestern bei den Rohölfutures zu stärkeren Abwärtsbewegungen. Auslöser war die zunehmende Entspannung im geopolitischen Umfeld, da die Wahrscheinlichkeit eines militärischen Konflikts mit dem Iran deutlich gesunken ist.
Zuvor waren Brent und WTI infolge neuer Proteste im Iran sowie entsprechender Aussagen aus den USA auf Mehrmonatshochs gestiegen. Inzwischen wurden von beiden Seiten beschwichtigende Signale gesendet, auch wenn die Spannungen weiterhin nicht vollständig ausgeräumt sind.
Marktbeobachter weisen darauf hin, dass das Risiko eines unmittelbaren Angriffs zwar nachgelassen hat, geopolitische Unsicherheiten den Markt kurzfristig jedoch weiterhin in Alarmbereitschaft halten dürften. Mit zunehmender Dauer ohne konkrete Eskalation dürfte die Risikoprämie weiter abschmelzen und die schwächeren Fundamentaldaten wieder stärker in den Vordergrund rücken.
Auch andere Analysten sehen den jüngsten Preisrückgang vor allem als Reaktion auf den vorläufigen Verzicht auf militärische Schritte. Gleichzeitig bleibt die Preisentwicklung volatil, da mögliche politische Umwälzungen im Iran und potenzielle Lieferunterbrechungen weiterhin bewertet werden.
Trotz der anhaltenden geopolitischen Risiken bleibt das übergeordnete Marktbild klar bearish. An der erwarteten Überversorgung hat sich wenig geändert. Der aktuelle Monatsbericht der EIA zeigt, dass das globale Angebot die Nachfrage auch in den kommenden Jahren deutlich übersteigen dürfte.
Zwar treiben Schlagzeilen die Preise kurzfristig, doch die Fundamentaldaten bleiben stabil. Ohne eine spürbare Belebung der chinesischen Nachfrage oder ernsthafte Störungen der physischen Ölströme dürfte sich der Ölpreis weiterhin in einer engen Bandbreite bewegen.
Die Rheinfrachtpreise ziehen derzeit schleichend an. Bisher bleibt der Anstieg moderat, wird vom Markt jedoch zunehmend wahrgenommen.
Unsere fundamentale Einschätzung bleibt vorerst neutral, da sich kurzfristig unterstützende Faktoren und langfristig belastende Rahmenbedingungen derzeit die Waage halten. Entsprechend zeigen sich die Inlandspreise heute je nach Region nur geringfügig verändert gegenüber Donnerstagmorgen.
Börsendaten 16.01.2026 um 09:01 Uhr
ICE-Gasoil FEB: 642.75$
ICE-Brent MAR: 63.83$
NY-Rohöl WTI FEB: 59.30$
US-Dollar/CHF: 0.8024
Rheinfracht nach Basel: 41.00