Die internationalen Öl- und Treibstoffmärkte bleiben angespannt. Die Preise haben sich zuletzt auf einem hohen Niveau stabilisiert, ein deutlicher Rückgang ist derzeit jedoch nicht in Sicht. Hauptgrund bleibt der ungelöste Konflikt zwischen den USA und Iran und die weiterhin eingeschränkte Schifffahrt durch die Strasse von Hormus.
Die Strasse von Hormus bleibt für die internationale Schifffahrt ein grosser Unsicherheitsfaktor. Während die USA von einer offenen Passage sprechen, meldet der Iran weiterhin Einschränkungen. Der tatsächliche Schiffsverkehr ist dadurch deutlich reduziert. Solange keine politische Einigung absehbar ist, bleibt das Risiko von weiteren Lieferunterbrechungen bestehen. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern ist das weltweite Ölangebot durch den Konflikt bereits erheblich zurückgegangen. Zwar versucht beispielsweise der Irak, einen Teil seiner Ölexporte über alternative Routen umzuleiten. Diese Möglichkeiten reichen jedoch nicht aus, um die bestehenden Einschränkungen vollständig auszugleichen. Gleichzeitig führen Angriffe auf Tanker und Energieanlagen in der Region sowie ukrainische Angriffe auf russische Ölanlagen zu zusätzlichen Unsicherheiten.
Zusätzlichen Aufwärtsdruck erzeugen die aktuellen US-Lagerdaten. Nach Angaben des American Petroleum Institute (API) sind die Bestände bei Rohöl, Diesel und Benzin zurückgegangen. Besonders auffällig sind die niedrigen Lagerbestände bei den fertigen Treibstoffen. Die Benzinvorräte liegen saisonal auf einem sehr tiefen Niveau. Auch die Bestände bei Diesel und anderen Mitteldestillaten sind knapp. Das zeigt, dass nicht nur die Rohölversorgung, sondern insbesondere die Verfügbarkeit fertiger Produkte ein wichtiger Faktor für die aktuelle Preisentwicklung ist.
Für Schweizer Kunden bedeutet die aktuelle Marktsituation, dass Heizöl, Diesel und Benzin weiterhin einem erhöhten Preisdruck ausgesetzt sind. Eine nachhaltige Entspannung ist erst zu erwarten, wenn die Versorgung aus dem Nahen Osten wieder zuverlässig funktioniert und die Schifffahrt durch die Strasse von Hormus normalisiert wird.
Zusätzlich bleibt die Situation auf den europäischen Transportwegen angespannt. Tiefe Wasserstände auf dem Rhein erschweren weiterhin den Transport von Mineralölprodukten in die Schweiz und führen zu höheren Fracht- und Logistikkosten.
Wenn im Herbst die Nachfrage nach Heizöl saisonbedingt deutlich zunimmt und gleichzeitig die internationale Versorgung sowie die Transportkapazitäten eingeschränkt bleiben, können längere Lieferfristen und zusätzliche Kosten nicht ausgeschlossen werden.