Ölpreis-Schlacht: Geopolitische Entspannung trifft auf das Überangebot, Wer gewinnt?

Die Ölbörsen erhalten in der zweiten Wochenhälfte neuen Auftrieb, bedingt durch die Entspannung in der Grönlandfrage und Donald Trumps Rückzieher bei den geplanten Strafzöllen gegen Europa. Zudem stützt der anhaltende Produktionsausfall in Kasachstan den Markt.

Die Frachten am Mittel- und Oberrhein steigen heute leicht an. Die Nachfrage bleibt stabil, jedoch sind die Wasserpegel in Richtung Oberrhein weiterhin niedrig. Die kürzlich gemeldeten leichten Niederschläge werden voraussichtlich keine signifikante Verbesserung an den Pegeln bringen.

Trump hatte nach seinem Besuch in Davos überraschend erklärt, vorerst auf Zölle gegen Europa zu verzichten, da die Weichen für ein mögliches Abkommen gestellt wurden. Diese Entwicklung verringert die Abwärtsrisiken eines Handelskonflikts zwischen den USA und Europa und könnte sowohl die Weltwirtschaft als auch die Ölnachfrage stützen.

Trotzdem bleibt die Möglichkeit eines militärischen Konflikts mit dem Iran ein Thema, das die Ölpreise weiterhin stützen könnte. Trump äusserte die Hoffnung, dass keine weiteren militärischen Massnahmen gegen den Iran notwendig seien, betonte aber auch, dass die USA handeln würden, sollte Teheran sein Atomprogramm wieder aufnehmen.

Der Iran stellt jedoch aktuell einen eher kleinen Faktor für den Ölmarkt dar, zumal die Spannungen mit der US-Regierung im Vergleich zur letzten Woche abgenommen haben. In Anbetracht der Entspannung im Grönlandstreit und der geringeren Wahrscheinlichkeit eines militärischen Eingreifens im Iran, könnten sich die Ölpreise um die Marke von 60 Dollar stabilisieren.

Allerdings wird keine starke Rallye erwartet. Das Angebotsumfeld bleibt ein belastender Faktor, da die Märkte weiterhin von einem Überangebot geprägt sind. Dies wurde auch durch die jüngsten Bestandsdaten der Internationalen Energieagentur (IEA) bestätigt, die ein Überangebot von rund 2,4 Millionen Barrel pro Tag für das laufende Jahr prognostiziert. Auch die API-Daten, die gestern veröffentlicht wurden, zeigten deutliche Vorratsaufbauten bei Rohöl und Benzin, was die Bedenken hinsichtlich einer Überversorgung verstärkt.

Börsendaten 22.01.2026 um 09:05
ICE-Gasoil FEB: 682.00$
ICE-Brent MÄR: 65.01$
NY-Rohöl WTI MÄR: 60.48$
US-Dollar/CHF: 0. 7944
Rheinfracht nach Basel: 48.50