Ölmarkt zwischen geopolitischer Eskalation und Handelskonflikten

Die Ölpreise haben zuletzt wieder zugelegt und starten nahe den Hochs des Vortages. Ausschlaggebend ist vor allem die angespannte geopolitische Lage rund um den Iran. Befürchtungen über ein mögliches militärisches Eingreifen der USA und daraus resultierende Ausfälle des iranischen Ölangebots stützen die Notierungen an ICE und NYMEX. Diese Risiken haben zuletzt die preisdämpfende Wirkung der Aussicht auf zusätzliche venezolanische Ölexporte überlagert.

Die politischen Spannungen haben die geopolitische Risikoprämie am Ölmarkt spürbar erhöht. Zwar wurde vorerst kein Militärschlag angekündigt, stattdessen jedoch neue Strafzölle der USA gegen Länder, die weiterhin Geschäfte mit dem Iran tätigen. Auch diese Massnahme erhöht die Unsicherheit und bleibt ein preistreibender Faktor, insbesondere solange unklar ist, ob daraus konkrete Angebotsengpässe oder breitere Handelskonflikte entstehen.

Besonders betroffen von möglichen Gegenmassnahmen wären China und Indien. China ist der wichtigste Abnehmer iranischen Öls und könnte im Fall einer Eskalation reagieren, was die globale Ölnachfrage belasten würde. Zwischen den USA und China gilt derzeit zwar ein fragiler Handelsstillstand, ein erneutes Aufflammen des Konflikts würde jedoch erhebliche wirtschaftliche Folgen haben. Indien steht ebenfalls unter Druck, da es bereits wegen seiner Importe von russischem Öl mit höheren US-Zöllen konfrontiert ist.

Auf der Angebotsseite stützen zudem mögliche weitere Sanktionen der USA und der EU gegen Russland die Preise, da diese die Produktion eines wichtigen OPEC+-Produzenten weiter einschränken könnten. Neue Einschätzungen zur Förderentwicklung und zu den Preisprognosen werden in den kommenden Tagen mit den Monatsberichten der US-Energiebehörde, der OPEC und der Internationalen Energieagentur erwartet.

Kurzfristige Hinweise zur Versorgungslage in den USA liefern zudem die wöchentlichen Schätzungen zu den US-Ölbeständen. Die offiziellen Regierungsdaten folgen zur Wochenmitte und enthalten auch Angaben zur Produktion, Raffinerieauslastung und Nachfrage.

 

Börsendaten 13.01.2026 um 08:56 Uhr
ICE-Gasoil FEB: 634.25$
ICE-Brent MAR: 64.24$
NY-Rohöl WTI FEB: 59.85$
US-Dollar/CHF: 0.7977
Rheinfracht nach Basel: 37.00