Ölmarkt unter Druck: Venezuela und Überangebot belasten Preise

Venezuela bleibt das zentrale Thema am Ölmarkt. Dabei wird immer deutlicher, dass es den USA vor allem um den Zugriff auf die Ölindustrie des Landes geht. Eine Aussage von US-Präsident Donald Trump, wonach Venezuela den USA bis zu 50 Millionen Barrel Öl überlassen soll, setzte die Ölpreise erneut unter Druck.

Zwar führen die US-Massnahmen aktuell zu Ausfällen bei der venezolanischen Ölproduktion und beim Export. Diese werden jedoch durch das erwartete weltweite Überangebot mehr als ausgeglichen. Laut Analystin Tina Teng (ANZ) signalisiert Washington zudem, dass eine Ausweitung des Ölangebots gegenüber Förderkürzungen bevorzugt wird. Die Angst vor einer Überversorgung nimmt damit weiter zu.

Bereits 2025 hatten die Ölpreise rund 20 Prozent verloren – der stärkste Jahresrückgang seit 2020. Experten wie Warren Patterson von der ING rechnen weiterhin mit fallenden Preisen. Die US-Politik senkt zudem das Risiko von Versorgungsengpässen und verstärkt damit den Preisdruck.

Andere geopolitische Themen, wie der Ukraine-Konflikt, sind zuletzt etwas in den Hintergrund gerückt. Fortschritte im Friedensprozess könnten langfristig zu Lockerungen der Sanktionen gegen russisches Öl führen. Das würde den Markt zusätzlich belasten, auch wenn viele europäische Länder wohl vorsichtig bleiben.

Kurzfristig könnten heute noch die US-Ölbestandsdaten neue Impulse liefern. Insgesamt bleibt der Ausblick jedoch negativ. Da die USA offenbar keine nachhaltige Einschränkung der venezolanischen Ölproduktion anstreben, verschärft sich die Überversorgung. Entsprechend geraten auch die Inlandspreise weiter unter Druck, zumal Gasoil bereits auf den tiefsten Stand seit Juni 2025 gefallen ist.

Börsendaten 07.01.2026 um 08:55
ICE-Gasoil JAN: 599.25$
ICE-Brent MÄR: 60.06$
NY-Rohöl WTI FEB: 56.31$
US-Dollar/CHF: 0.7963
Rheinfracht nach Basel: 37.00