Die Ölpreise zeigten sich zum Wochenauftakt volatil. Nachdem neue Zollandrohungen aus den USA sowie von der EU ins Spiel gebrachte Gegenmassnahmen die Notierungen zunächst belastet hatten, konnten sich die Futures im weiteren Tagesverlauf wieder erholen. Der Handel war allerdings durch einen Feiertag in den USA ausgedünnt, weshalb mit der Rückkehr amerikanischer Marktteilnehmer und dem anstehenden Frontmonatswechsel bei WTI noch kurzfristige Ausschläge möglich sind.
Unterstützung kommt von verbesserten Konjunkturaussichten: Für das laufende Jahr wird inzwischen ein stärkeres globales Wirtschaftswachstum erwartet, wovon auch die Ölnachfrage profitieren dürfte. Insbesondere für die USA und China wurden die Wachstumsprognosen nach oben angepasst. Zusätzlich stützten Meldungen über eine temporäre Produktionsunterbrechung am bedeutenden Tengiz-Ölfeld in Kasachstan die Preise. Gleichzeitig hat sich das zuletzt erhöhte geopolitische Risiko rund um den Iran wieder spürbar entspannt.
Mit dem Nachlassen geopolitischer Spannungen rücken jedoch erneut strukturelle Sorgen in den Fokus. Vor allem die Aussicht auf ein deutliches Überangebot in den kommenden Jahren belastet die mittelfristigen Preiserwartungen. Für 2026 wird ein erheblicher Angebotsüberschuss prognostiziert, der zuletzt nochmals höher eingeschätzt wurde. Andere Marktbeobachter gehen sogar von einem noch stärkeren Überhang aus, während Produzentenorganisationen weiterhin von einem weitgehend ausgeglichenen Markt ausgehen.
Im weiteren Wochenverlauf dürfte das Weltwirtschaftsforum in Davos zusätzliche Impulse liefern, insbesondere durch politische Aussagen aus den USA. Zudem werden die US-Ölbestandsdaten aufgrund des Feiertags zeitversetzt veröffentlicht, was ebenfalls für Bewegung sorgen könnte.
Börsendaten 20.01.2026 um 09:24 Uhr
ICE-Gasoil FEB: 650.50$
ICE-Brent MAR: 63.58$
NY-Rohöl WTI FEB: 59.15$
US-Dollar/CHF: 0.7934
Rheinfracht nach Basel: 45.50