Katz-und-Maus-Spiel am Ölmarkt - zwischen Verhandlungen und Drohungen

Zu Beginn der Woche gerieten die Ölmärkte zunächst unter Druck, nachdem US-Präsident Donald Trump neue Gespräche mit dem Iran angekündigt hatte. Besonders der Gasoil-Kontrakt zeigte deutliche Schwäche und löste aus charttechnischer Sicht Verkaufssignale aus, während sich die Rohölsorten Brent und WTI vergleichsweise stabil entwickelten. Die Marktteilnehmer reagierten jedoch mit Skepsis auf Trumps Aussagen, da der Iran betonte, derzeit ausschliesslich mit dem Oman über die Schifffahrt durch die Strasse von Hormus zu verhandeln. Gleichzeitig verschärfte Trump seine Rhetorik und bezeichnete sein Gesprächsangebot als „letzte Chance“, was die Unsicherheit an den Märkten weiter erhöhte. Zusätzlich wird der Ölmarkt durch die anhaltenden ukrainischen Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur belastet, wodurch die russische Raffinerieproduktion auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten gesunken ist. Russland sieht sich inzwischen mit Versorgungsproblemen im Inland konfrontiert und hat die Exportverbote für Benzin und Diesel verlängert. Marktbeobachter halten eine diplomatische Lösung im Nahostkonflikt weiterhin für wenig wahrscheinlich, da der Iran Verhandlungen mit den USA bestreitet und beide Seiten an ihren Positionen festhalten. Dadurch bleibt die Lage auf den internationalen Ölmärkten von hoher Unsicherheit und starken Preisschwankungen geprägt. Insgesamt überwiegt derzeit wieder eine leicht bullishe Markteinschätzung, sodass kurzfristig mit leicht steigenden Inlandspreisen gerechnet wird, auch wenn das Preisniveau weiterhin unter dem der Vorwoche liegt. 

 

Börsendaten 04.08.2026 um 08:46
ICE-Gasoil AUG: 1176.75$
ICE-Brent OKT: 84.65$
NY-Rohöl WTI SEP: 80.68$
US-Dollar/CHF: 0.8104
Rheinfracht nach Basel: 230.00