Die neue Handelswoche startet eher ruhig für die Rheinfrachten und Pegel. Die Frachtpreise bleiben stabil, und auch der allgemeine Handel zeigt sich bisher wenig bewegt, obwohl der Spotmarkt im Norden etwas mehr Aktivität verzeichnet. Einziger Wermutstropfen: Die Rheinpegel sinken weiter aufgrund der anhaltend trockenen Wetterlage in Deutschland und der umliegenden Region. Dies könnte in den kommenden Wochen potenziell Einfluss auf die Frachtverfügbarkeit und -kosten haben, bleibt jedoch vorerst überschaubar.
Insgesamt zeigt sich der Rohölmarkt aktuell von einer gemischten Dynamik geprägt. Während die Preise der beiden wichtigen Rohölkontrakte Brent und WTI in der vergangenen Woche zulegten und zeitweise Mehrmonatshochs erreichten, war der Preisanstieg vor allem auf geopolitische Risiken zurückzuführen, die durch die Möglichkeit eines US-Militärschlags gegen den Iran verstärkt wurden. Als jedoch gegen Mitte der Woche lediglich neue Sanktionen anstelle eines militärischen Eingreifens angekündigt wurden, nahm der Markt einen Grossteil der geopolitischen Risikoprämie wieder zurück.
Zu Beginn der neuen Handelswoche müssen die Marktteilnehmer nun auch die jüngsten Entwicklungen rund um Grönland im Blick behalten. Die Androhung von Strafzöllen durch die USA auf acht europäische Länder, falls bis Ende des Monats kein Abkommen über den Kauf der Insel zustande kommt, könnte die Zolldiskussion erneut anheizen. Diese könnte potenziell das Wirtschaftswachstum und die Ölnachfrage in Europa und den USA beeinflussen.
Auch das Weltwirtschaftsforum in Davos wird für neue Impulse sorgen, vor allem durch mögliche Äusserungen des US-Präsidenten zu Grönland, Zöllen und anderen geopolitischen Themen. Dabei könnten auch Hinweise auf den Nachfolger des Vorsitzenden der US-Notenbank für Bewegung an den Märkten sorgen.
Wirtschaftsdaten aus China zeigen einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 4,5 % im vierten Quartal 2025, was den Prognosen entsprach, aber hinter dem Wachstum des dritten Quartals zurückblieb. Während die Einzelhandelsumsätze im Dezember enttäuschten, stieg die Industrieproduktion stärker als erwartet. Ein positives Signal könnte jedoch der Anstieg der Rohölverarbeitung in chinesischen Raffinerien um 4,1 % auf ein Rekordhoch sein, was die Ölpreise leicht stützen könnte.
Am Mittwoch wird der Monatsbericht der Internationalen Energieagentur (IEA) veröffentlicht, der als eher pessimistisch gilt. Nach dem bearishen Bericht der US-Energieinformationsbehörde (EIA) und dem neutralen Bericht der OPEC sind auch von der IEA tendenziell negative Impulse für den Markt zu erwarten.
Geopolitische Risiken könnten jederzeit wieder in den Fokus rücken, insbesondere nach den jüngsten Andeutungen, dass ein Militärschlag der USA gegen den Iran noch nicht vom Tisch ist. Heute ist aufgrund des Feiertags in den USA mit einem geringeren Handelsvolumen und einem früheren Handelsende zu rechnen, während der Handel an der ICE wie gewohnt stattfindet.