Die Ölpreise an ICE und NYMEX setzen ihre Aufwärtsbewegung den dritten Tag in Folge fort. Auslöser sind erneute Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber dem Iran, die die geopolitische Risikoprämie am Ölmarkt deutlich erhöht haben. Sorgen über mögliche Lieferunterbrechungen im Nahen Osten überlagern damit aktuell den langfristig bearishen Druck durch ein erwartetes Überangebot. Unterstützend wirken zudem Kaltwetter in den USA sowie wetterbedingte Produktionsausfälle.
Ein möglicher militärischer Konflikt birgt erhebliche Risiken für das globale Ölangebot, da rund ein Drittel der weltweiten Förderung aus dem Nahen Osten stammt. Besonders kritisch wäre eine Beeinträchtigung der Straße von Hormus, durch die täglich etwa ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs transportiert wird. Trotz Sanktionen bleibt der Iran mit rund 3,2 Mio. Barrel pro Tag ein zentraler OPEC-Produzent.
Die Citi Bank schätzt, dass die gestiegene Eskalationsgefahr die geopolitische Risikoprämie um drei bis vier Dollar je Barrel erhöht hat. Eine weitere Zuspitzung könnte die Preise zusätzlich treiben. Die jüngsten Preisprognosen der Bank basieren entsprechend auf diesem Szenario.
Die US-Notenbank hat ihre Leitzinsen wie erwartet unverändert belassen. Zwar konnte sich der US-Dollar leicht erholen, insgesamt dominieren jedoch weiterhin die bullishen Faktoren. Neben den geopolitischen Spannungen stützten zuletzt auch rückläufige US-Rohöllagerbestände die Notierungen.
Insgesamt bleibt die fundamentale Einschätzung klar bullish. Entsprechend zeichnen sich auch bei den Inlandspreisen im frühen Handel erste Aufschläge gegenüber Mittwochmorgen ab.
Börsendaten 29.01.2026 um 09:07
ICE-Gasoil FEB: 699.50$
ICE-Brent MÄR: 69.30$
NY-Rohöl WTI MÄR: 64.13$
US-Dollar/CHF: 0. 7664
Rheinfracht nach Basel: 45.50