Die Lage an den internationalen Ölmärkten bleibt angespannt. Vor allem die unsichere Situation im Nahen Osten und die weiterhin eingeschränkte Schifffahrt durch die Strasse von Hormus sorgen für hohe Transportkosten und Unsicherheit an den Märkten.
Ein wichtiger Faktor sind die weiterhin sehr hohen Frachtsätze. Diese liegen aktuell bei rund 220 US-Dollar. Eine spürbare Entspannung ist derzeit nicht in Sicht. Solange im wichtigen Transportgebiet keine ausreichende Normalisierung eintritt, bleiben die zusätzlichen Kosten für den Transport von Mineralölprodukten hoch. Die Situation wird zusätzlich dadurch erschwert, dass die Strasse von Hormus weiterhin als unsichere bzw. teilweise blockierte Transportroute gilt. Gleichzeitig nehmen die Angriffe auf Tanker wieder zu. Auch im Roten Meer bleibt die Lage aufgrund der Aktivitäten der Huthi angespannt. Die Verhandlungen und diplomatischen Bemühungen im Nahen Osten bleiben schwierig. Gleichzeitig drohen weitere wirtschaftliche Massnahmen gegen den Iran.
Zusätzlichen Einfluss auf den Ölmarkt haben folgende Punkte
- zunehmende Angriffe auf Tanker in der Strasse von Hormus
- die weiterhin eingeschränkte Schifffahrt durch die wichtige Meerenge
- die anhaltenden Angriffe der Huthi auf Schiffe und saudische Ölanlagen
- ukrainische Angriffe auf russische Ölanlagen und Raffinerien
- verlängerte russische Exportbeschränkungen für Benzin und Diesel
Diese Entwicklungen erhöhen das Risiko für weitere Störungen bei Produktion, Raffination und Transport. Auf der anderen Seite hat die OPEC+ für September eine weitere Erhöhung der Fördermenge um rund 188'000 Barrel pro Tag beschlossen. Saudi-Arabien will im September zudem die vereinbarten Liefermengen vollständig zur Verfügung stellen. Diese zusätzlichen Mengen wirken grundsätzlich preisdämpfend. Die positiven Effekte werden derzeit jedoch durch die geopolitischen Risiken und die hohen Transportkosten weitgehend überlagert.
Für Heizöl, Diesel und Benzin bleibt die Preisentwicklung deshalb volatil. Zwar gibt es weiterhin Faktoren, die gegen einen weiteren starken Preisanstieg sprechen. Gleichzeitig bestehen aufgrund der geopolitischen Lage erhebliche Aufwärtsrisiken. Eine nachhaltige Entspannung bei den Preisen ist insbesondere dann zu erwarten, wenn sich die Situation im Nahen Osten beruhigt, die Schifffahrt wieder sicherer und zuverlässiger möglich ist und die hohen Frachten zurückgehen.
Bis dahin muss mit weiterhin erhöhten Transportkosten und entsprechend schwankenden Preisen für Mineralölprodukte gerechnet werden.