Obwohl in den kommenden Monaten ein deutlich wachsendes Ölangebot erwartet wird, rücken derzeit vor allem geopolitische Entwicklungen in den Fokus der Märkte. Besonders die jüngsten Äusserungen von Donald Trump sorgen dafür, dass auch der Iran wieder stärker ins Blickfeld der Anleger gerückt ist. Dies verleiht den Ölpreisen zum Jahresende hin eine gewisse Stabilität.
Im Iran bleibt es bisher bei verbalen Drohungen, doch die Nervosität an den Ölbörsen ist spürbar. Erfahrungen zeigen, wie schnell Spannungen in der Region eskalieren können und die Öl-Infrastruktur bedrohen.
Gleichzeitig spitzt sich die Lage in Venezuela zu: Wegen der US-Seeblockade stehen die Exporte still, Lager sind voll, erste Förderanlagen werden heruntergefahren. Zudem meldete Washington einen Angriff auf mutmassliche Drogenumschlagsplätze. Die Situation bleibt angespannt.
Auch der Ukraine-Konflikt bleibt ungelöst. Zwar gab es Gespräche zwischen Washington und Kiew, konkrete Fortschritte oder ein russisches Entgegenkommen bleiben aber aus, ebenso wie eine Aussicht auf baldige Sanktionslockerungen.
Analysten sehen das Thema Überangebot zunehmend von geopolitischen Risiken überlagert. Laut Gao Jian (Qisheng Futures) stehen politische Unsicherheiten aktuell stärker im Fokus als Fundamentaldaten, was die Volatilität erhöht. Langfristig erwartet er dennoch sinkende Preise aufgrund des weiter steigenden Angebots.
Trotz der seit Längerem erwarteten Angebotsflut zeigen sich die Ölpreise kurzfristig leicht fester. Trumps jüngste Iran-Rhetorik hat alte Sorgen neu belebt und verleiht den Märkten etwas Auftrieb. Auch in der Schweiz steigen die Inlandspreise heute leicht gegenüber gestern.
Langfristig bleiben die Aussichten jedoch gedämpft. Selbst Ausfälle wie in Venezuela können das strukturelle Überangebot kaum ausgleichen, ein Jahresverlust bei den Rohölpreisen bleibt wahrscheinlich.
Börsendaten 30.12.2025 um 09.07Uhr
ICE-Gasoil JAN: 620.25$
ICE-Brent FEB: 61.88$
NY-Rohöl WTI FEB: 57.03$
US-Dollar/CHF: 0.7892
Rheinfracht nach Basel: 26.50